Gymnasium
Penig
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Inhalt:
Vorbemerkungen
(Nico Grabner, November 1999)
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Projektthema
Gestaltung
eines lokalen Fernsehprogramms und Mitwirkung an einer multimedialen
Ortschronik
(Siehe auch: Orientierungsrahmen für die Medienerziehung der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung /5/)
Bedeutung
der Medien in der Gesellschaft
Bildung ist zu allen Zeiten
von Medien unterstützt, aufrechterhalten, vertieft, aber auch
verändert worden. Bücher, Texte und Bilder sind die
klassischen Bildungsmedien der Schule.
Die Printmedien haben
sich in den letzten Jahrzehnten in der Vielfalt ihrer
Erscheinungsformen und in der Breite der Themenbereiche
differenziert. Hinzugekommen sind die elektronischen Medien mit
neuen Ausdrucksformen und Wirkungsweisen.
Medien sind heute
Bestandteil gesellschaftlicher Wirklichkeit; sie gehören zum
Alltag von Familie und Schule. Medien sind Miterzieher geworden. Sie
können Kommunikation erleichtern und bieten Orientierung an.
Medien greifen Themen des gesellschaftlichen Lebens auf und wirken
sich so stark auf die persönliche Lebensgestaltung schon in
früher Kindheit und Jugend aus, daß Bildung und Erziehung
in Elternhaus und Schule tiefer und unmittelbarer als früher
betroffen sind. Die insbesondere über die elektronischen Medien
an Kinder und Jugendliche herangetragenen Informationen, Probleme
und Wertorientierungen überdecken in ihrer Wirkung oft die
Bedeutung familiärer Erziehung und schulischer Bildung. Es muß
deshalb von einer veränderten Bildungssituation, d.h. auch von
veränderten Lernvoraussetzungen und Lernmöglichkeiten in
der Schule ausgegangen werden.
Die Schule hat bisher der
Medienvielfalt Rechnung zu tragen versucht
durch eine systematische Einbeziehung von Presse, Rundfunk und Film sowie der elektronischen Medien in den Unterricht und die Gestaltung des Schullebens,
durch das Bemühen, die traditionelle Lesekultur zu stärken,
durch die Einführung der informations- und kommunikationstechnischen Grundbildung mit dem Ziel, Vertrautheit und Sicherheit im Umgang mit den elektronischen Medien aufzubauen, (aber nicht am Gymnasium in Sachsen!)
durch eine verstärkte inhaltliche Auseinandersetzung mit den Botschaften der Medien.
Elektronische Medien haben auch die
Berufswelt und damit die Formen beruflicher Kommunikation nachhaltig
verändert. Vernetzte Computer- und Videosysteme sind nicht nur
Werkzeug und Arbeitsmittel, sondern zugleich berufliche
Kommunikationsmedien, die den Berufsalltag durchdringen und
hineinwirken bis in private Lebensbereiche. Mit dem erweiterten
Einsatz von Computern - und künftig vermehrt auch multimedialer
Systeme - nehmen Simulationen und Modellbildungen unterschiedlicher
Art in vielen Berufen zu und ersetzen Realbegegnungen. Berufliches
Handeln geschieht vielfach in einer "Computerwelt".
Interaktionen werden indirekter und elektronisch-digital vermittelt.
Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung bestehen Chance und
Aufgabe der Schule darin, die Nutzungs- und Gestaltungsmöglichkeiten
der Medien in ihrem Wert anzuerkennen, sie zugleich in ihren
Wirkungen durchschaubar zu machen und diese ggf. zu korrigieren. Die
Medienwelt und der von ihr ausgehende Bildungseinfluß sowie
die von der Schule verantworteten Bildungsprozesse sollten
zusammengesehen werden. Schule und Medien müssen ihre je
eigenen und spezifischen Funktionen im Bildungsgeschehen erkennen
und wahrnehmen.
Medienerziehung in der Schule soll dazu
beitragen, für den alltäglichen Umgang mit den
elektronischen Medien "Medienkompetenz" und "Medienkultur"
entfalten zu helfen, die der Lesekultur an Differenziertheit und
Tragfähigkeit entsprechen.
Aufgaben,
Ziele und didaktische Grundsätze der
Medienerziehung
Medienerziehung beginnt in der Schule
überall dort, wo Unterrichtsgestaltung und Schulklima soziale
Kompetenz fördern, Zusammenhänge erkennbar werden lassen
und zugleich Zusammenhang stiften. Dabei sind folgende Grundgedanken
wichtig:
Die durch Medien stark erweiterten Möglichkeiten für Information und Bildung müssen in der Schule als wichtiges Potential für unterrichtliche Arbeit und für außerunterrichtliche Aktivitäten gezielter genutzt werden.
Primär rezeptive Formen der Aneignung von Informationen und Wissen, wie sie durch eine eher konsumptive Mediennutzung gefördert werden, sollten im Unterricht nicht noch weiter verstärkt werden. Schülerinnen und Schüler müssen vielmehr die Möglichkeit haben, über eigene Erfahrungen in eine kritische Haltung - auch gegenüber den Medienangeboten - hineinzufinden und Vertrauen in die eigenen Gestaltungs- und Urteilskräfte auszubilden.
Wenn Kinder und Jugendliche aufgrund veränderter Bedingungen des Aufwachsens in soziale Isolation geraten und als Antwort darauf in die Medienrealität (Oder besser Virtualität?) flüchten, sollte Schule im Rahmen ihrer Möglichkeiten Alternativen aufzeigen. Dem entspricht, daß immer mehr Schulen sich nicht nur als Unterrichts- und Lernort, sondern auch als Gestaltungs- und Lebensraum verstehen.
Aufgabenbereiche
und Zielsetzungen der Medienerziehung
Die
medienerzieherische Arbeit in der Schule umfaßt vor allem drei
Aufgabenbereiche:
Nutzung von Medien und
nichtmedialen Möglichkeiten für unterschiedliche Aufgaben
Ziel ist die Kenntnis unterschiedlicher Medienangebote und
nichtmedialer Möglichkeiten sowie die Fähigkeit zu einer
bewußten Auswahl und Auswertung in den Bereichen
Unterhaltung und Vergnügen (z.B. Jugendzeitschriften und Theater, Fernsehserien und Kinderbücher, Filme und Spiele)
Information (z.B. Nachrichten, Magazine, eigene Erkundungen, Datenbanken)
Kommunikation (z.B. Gespräche und Briefe, Telefon, Mailbox und Computernetzwerke)
Problemlösung und Bildung (z.B. Fachzeitschriften, projektorientiertes Arbeiten, Lehr- und Dokumentationsfilme, Computersimulation).
Einblick in Wirkungsweise und
Produktionsbedingungen von Medien
Ziel ist es, eine Haltung
kritischer Aufmerksamkeit gegenüber der Beeinflussung von
Wahrnehmen, Denken und Handeln zu entwickeln. Dazu gehören:
das Aufarbeiten von Medienerlebnissen über spielerisch-kreative Formen der Auseinandersetzung, z.B. die Verarbeitung von Eindrücken durch Zeichnen, Malen, Collagieren oder Nachspielen.
das Aufarbeiten von Medienerlebnissen im Gespräch: Schülerinnen und Schüler sollen sich zunächst auf einer eher subjektiv-spontanen Ebene dazu äußern, welche Erfahrungen, Beobachtungen, Gefühle, Verhaltensweisen und Gewohnheiten sie mit ihrem Medienalltag verbinden. In solchen Gesprächen gewinnen sonst kaum beachtete Fragen, z.B. die des persönlichen Geschmacks sowie bestimmte Vorlieben oder Vorbehalte, und das Moment von ästhetischem Genuß an Bedeutung. Das gemeinsame Nacherleben kann auch die Verarbeitung von Ängsten und Aggressionen unterstützen und problematische Verhaltensorientierungen oder falsche Vorstellungen von Realität relativieren helfen.
das Verstehen und Unterscheiden von Medienangeboten: Um Medienwirkungen in ihren Ursachen zu begreifen, müssen Kinder und Jugendliche die Vielfalt der Medien in ihrer jeweils spezifischen Machart und ihren Ausdrucksmöglichkeiten kennenlernen. Sie sollen sich mit verschiedenen Programmarten (z.B. Magazin, Serie, Dokumentation) ebenso vertraut machen wie mit unterschiedlichen Präsentationsformen (z.B. Bild, Modell, Symbol).
die Analyse und Bewertung von Medien aufgrund von Kenntnissen und Einsichten in institutionelle Bedingungen von Medienproduktion und -distribution: Eine kritische Analyse von Wirkungsabsichten und Einflußmöglichkeiten der Medien setzt Kenntnisse der institutionellen und ökonomischen Bedingungen der Medienproduktion sowie von Vertriebs- und Zugangsregelungen voraus. Bei der Auseinandersetzung mit der Bedeutung von Medien für die öffentliche Meinung sollten Schülerinnen und Schüler auch sich selbst als Rezipienten distanzierter wahrnehmen und einschätzen lernen. Sie sollten erkennen, ob und wie Medienangebote auf ihre Bedürfnisse antworten und diese beeinflussen und welche Verhaltensorientierungen vermittelt werden.
Praktisch-gestalterische
Medienarbeit
Ziel ist es, die persönlichen Ausdrucks- und
Gestaltungsmöglichkeiten zu erweitern, die Fähigkeit zu
genauer Wahrnehmung und zu sozial verantwortlichem Medienverhalten
auszubilden.
Durch das Mitarbeiten an einer Schul- oder
Stadtteilzeitung, Fotoausstellung, Tonbandreportage oder einem
Videomagazin haben Kinder und Jugendliche die Möglichkeit,
ihre Vorstellungen mit Hilfe unterschiedlicher Medien zu
artikulieren und sie - im Rahmen von schulischer oder regionaler
Öffentlichkeit - zu verbreiten. Sie erfahren, daß die in
den Medien präsente Wirklichkeit immer eine "hergestellte"
und damit subjektiv geprägte und interessengeleitete ist. Auf
der spielerischen Ebene - z.B. im Herstellen eigener Computerspiele
- kann praktische Medienarbeit auch für den einzelnen die
Funktion haben, von einer eher unreflektierten Form der Rezeption
Abstand zu gewinnen.
Praktisch-gestalterische Medienarbeit ist
in besonderem Maße geeignet, Formen kooperativen Lernens zu
fördern. So lernen die Schülerinnen und Schüler in
Gruppenarbeit, wie Medienprodukte in kleinen Teams entstehen und
wie der einzelne auf die Mitarbeit der anderen angewiesen ist.
Durch sinnvolle Arbeitsteilung entdecken sie die sonst in der
Schule eventuell nicht beachteten besonderen Fähigkeiten und
Fertigkeiten einzelner, wie z.B. schauspielerisches, technisches
oder organisatorisches Talent.
Didaktische
Grundsätze
Die didaktischen Grundsätze beziehen
sich auf einen Unterricht, der die Medien und ihre Botschaften zum
Gegenstand erfahrungsorientierter Auseinandersetzung, kritischer
Analyse und eigenen Handelns macht. Aber auch dort, wo im Unterricht
Medien als Mittel des Lehrens und Lernens eingesetzt werden, sollte
die Befähigung zur bewußten Nutzung selbstverständlich
werden. Dies gilt insbesondere angesichts der zunehmenden Bedeutung
von Datenbanken und Multimedia für organisiertes Lernen
innerhalb und außerhalb der Schule.
Insbesondere geht es
um folgende didaktische Grundsätze:
Medienerziehung in der Schule soll möglichst im Kontext einer inhaltlichen Problemstellung erfolgen; so können am besten die Spezifika, Ausdrucksmöglichkeiten und Grenzen der verschiedenen Medien erkannt werden. Medienerziehung soll so angelegt sein, daß nicht nur fachbezogene Analysen und Auseinandersetzungen möglich werden. Vielmehr sollen die Probleme in ihrer Komplexität aus verschiedenen Perspektiven erfaßt werden. Dies wird oft zu fächerübergreifendem und projektorientiertem Vorgehen führen.
Medienerziehung muß die Fähigkeit zu aktiver und genauer Wahrnehmung fördern. Dazu gehört die Bereitschaft, sich unvoreingenommen auf akustische und visuelle Eindrücke einzulassen, Gedanken und Interessen zu artikulieren, sich anregen zu lassen und das ästhetische Erleben der Medienrealität als Genuß zu erfahren.
Medienerzieherische Projekte und Unterrichtseinheiten sollten exemplarisch angelegt sein. Dies gilt im Hinblick auf die verschiedenen Aufgabenbereiche der Medienerziehung, aber auch im Hinblick auf die unterschiedlichen Medien selbst. Nur über eine exemplarische Arbeit kann die Vielfalt der medialen Gestaltungsmöglichkeiten und Aussageformen in den Blick gebracht werden. Es gibt Arbeitsschwerpunkte des Unterrichts, die einander ergänzen sollen: Phasen, die stärker an der eigenen Gestaltung und Produktion von Medien orientiert sind, solche, die vorwiegend auf Informationsverarbeitung und analytische Reflexion zielen, sowie Phasen, die ein intensives Erleben in den Mittelpunkt stellen.
Medienproduktion in der Schule sollte nicht auf das bloße "Machen" ausgerichtet sein. Produktive Entfaltung und eine bewußte Auseinandersetzung sollten ineinandergreifen. Produktionsaufgaben müssen offen sein für individuelle und unterschiedliche Formen des Ausdrucks, die Kinder und Jugendliche so ansprechen, daß es eine Herausforderung an die gewohnte Wahrnehmung und an die Entdeckungsfreude ist. Medienproduktion in der Schule sollte auch die unterschiedlichen Stilmittel und Möglichkeiten der technischen Umsetzung erfahrbar machen.
Medienerziehung sollte den außerschulischen Bereich und die Öffentlichkeit einbeziehen. Das Umfeld der Schule gibt unterschiedliche, für die Medienerziehung authentische Arbeits- und Aufgabensituationen vor. Gespräche mit Vertretern von medienspezifisch arbeitenden Institutionen und die Zusammenarbeit mit Experten erleichtern den Erwerb des für die Produktion erforderlichen Know-hows.
Genauere
Beschreibung der vorgesehenen Arbeit
Am Schulort
existiert schon seit langer Zeit im Fernseh-Kabelnetz ein lokaler
Informationskanal.
Die Stadtverwaltung
und die Betreiber des Kabelnetzes traten an unsere
Bildungeinrichtung heran, um eine Zusammenarbeit mit den Schülern
zu realisieren.
Hierbei sind drei Arten der Schülermitarbeit
angedacht:
Gestaltung einer Nachrichtensendung mit Inhalten aus der Region; umfassend die Aufgabenbereiche:
Informationsrecherche
Aufzeichnung und Bearbeitung von Bildmaterial
Planung und Führung von Interviews
Formulierung der Texte
Sprachliche und bildliche Realisierung der Nachrichtensendung
Dokumentation der Ortsgeschichte, vornehmlich der aktuellen Entwicklung
Dokumentation vorhandener Baudenkmäler
Begleitung des aktuellen Baugeschehens in Bildern
Gestaltung der Dokumentation als Video und in Textform
Produktion einer CD-ROM mit ausgewählten Inhalten der beiden obigen Projekte
Verknüpfung in der Unterrichtsarbeit
Das vorgesehene Projekt soll sich vornehmlich im Rahmen einer
AG-Arbeit bewegen. Jedoch sind auch in der Unterrichtsarbeit viele
Anknüpfungspunkte zu finden; folgende Fächer werden
unmittelbar angesprochen:
Deutsch
Als
Grundlage bei der Textgestaltung, Interviewführung -
Auswertung und Vorbereitung auch im Unterricht.
Gemeinschaftskunde
Unterstützung
bei der Auswahl der Themen aber auch Rückwirkung auf den
Unterricht durch Verwendung der gesammelten Fakten, Interviews etc.
Geschichte
Einbindung
des Geschichtswissens, Arbeit mit Dokumenten, Zusammentragen
unterrichtsrelevanter und bereichernder Informationen
Informatik
Grundlage
der Informationsverarbeitung - Darstellung der Ergebnisse im
Internet und/oder auf dem schulinternen Webserver.
Das geplante Projekt
bezieht dabei in besonderer Weise neue Medien wie Computer-
und Videotechnik in die Arbeit ein, deren Nutzung für die
Vorbereitung auf den weiteren Bildungsweg ungeheuer wichtig
ist.
Das Projekt schafft auch materielle Voraussetzungen und
Ansätze für die Arbeit im Rahmen der Besonderen
Lernleistung.
Die in
vornehmlich in das Projekt eingebundenen Schüler stammen aus den
Klassenstufen 8 bis 11; die Kerngruppe besteht dabei aus
ca. 10 Schülern. Diese Schüler zeigten Interesse an einer
Mitarbeit, nachdem unter den Schülern die Idee der Gestaltung
einer Kabelzeitung bekannt gemacht wurde. Hierbei decken
die Interessengebiete der Schüler weite Bereiche ab; vom
Technikfreak, der schon einen Videowettbewerb gewonnen
hat bis zu den eher literarischen Typen ist alles
vertreten.
Eigens zur Klärung inhaltlicher Fragen und zur technischen Unterstützung wurde eine Arbeitsgruppe Kabelzeitung gegründet. Dieser Arbeitsgruppe gehören an
Schüler
Fachlehrer für Deutsch, Physik und Informatik
Mitarbeiter der Kabelbetriebsgesellschaft Penig und der Kabelzeitung
sowie als Gäste Mitarbeiter der Stadtverwaltung Penig.
Die AG Kabelzeitung trifft sich seit Mai diesen Jahres zu Vorabsprachen und half bei der Entwicklung des Konzeptes.
Bei der Gestaltung der Projektarbeit wollen wir uns am Rahmenplan für die Medienerziehung in der Sekundarstufe I (/6/) orientieren.
So stehen folgende Aufgabenschwerpunkte zur Bearbeitung
Gestalten
und Verbreiten von eigenen Videobeiträgen
Die
Schülerinnen und Schüler sollen
geeignete Themen und Zielgruppen für Videoproduktionen auswählen
Schritte für die Videoproduktion in angemessener Weise planen und ausführen
mögliche Wirkungen von Videosequenzen auf Zuschauer bedenken
Videokamera und Videorecorder sowie Schnitteinrichtungen sachgemäß handhaben
verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten durch Kamera, Inszenierung, Ton und Montage überlegt einsetzen
Gestalten
und Verbreiten eigener computerbasierter Beiträge
Die
Schülerinnen und Schüler sollen
Grundlagen für die Gestaltung und Umsetzung eigener computerbasierter Beiträge kennenlernen
Computerprogramme bzw. Instrumente zur Gestaltung und Verbreitung eigener computerbasierter Beiträge sachgemäß handhaben
notwendige Zwischenschritte für die Entwicklung eines computerbasierten Beitrages bedenken und ausführen
Entwürfe mit Hilfe eines Computers umsetzen
Präsentations- und Verbreitungsmöglichkeiten bedenken und erproben
Die in /6/
vorgenommene Einteilung nach Jahrgangsstufen, noch dazu in der
angegebenen Reihenfolge, erscheint dagegen eher fragwürdig. In
der AG-Arbeit kann vielmehr eine Differenzierung nach Interessen
erfolgen, die von den Schülern selbst vorgenommen wird.
Fast
alle Aufgabenschwerpunkte sind in der Projektarbeit enthalten:
Themen für die Berichterstattung gibt es viele - welche sind interessant, welche lassen sich mit vertretbaren Mitteln bearbeiten, wozu sind genügend Informationen zu beschaffen? Diese Fragen stellen sich in einem lokalen Kabelkanal ständig.
Ist ein Thema gefunden, muß entschieden werden, wer z.B. die Reportage filmt, welche Technik eingesetzt werden kann oder sollte. Müssen Interviews vorbereitet werden? Wer kann ein Interview führen? etc.
Unterschiedliche Themen bedingen unterschiedliche Stile in der Berichterstattung - Sollen Mißstände angeprangert werden? Gibt es etwas zu feiern? Muß über einen tragischen Verkehrsunfall berichtet werden?
Die anspruchsvolle Technik - Digitalcamcorder und Computerschnittplatz - muß erst einmal durchschaut werden! Hier können Schüler ihre Erfahrungen einbringen oder Tips von Lehrern oder Kabelzeitungsmitarbeitern erhalten.
Wenn erst einmal die ersten Bilder im Kasten sind, wird man anspruchsvoller. Effekte müssen erprobt, deren sinnvoller Einsatz abgewogen werden. Was gibt der Computer her - können (und sollen) wir Georg Lucas in den Schatten stellen?
Die Erstellung einer Ortschronik, sei es in Papierform oder als Hypermediadokument, verknüpft die Themenbereiche Video und Computernutzung auf andere Art:
Eine Informationsschrift in Papierform erfordert nur redaktionelle Bearbeitung von Text- und Bildmaterial. Soll das Dokument auch in elektronischer Form verbreitet werden, sei es als HTML-Dokument auf einem Webserver oder als Multimedia-CD-ROM, sind andere Vorüberlegungen zur Auswahl des Materials wie auch zu dessen Organisation notwendig. Kenntnisse über Grundlagen des Textsatzes oder der HTML-Programmierung müssen vorab geschaffen werden.
Textbeiträge schreibt man mit der Textverarbeitung am PC; Bilder stammen entweder von Fotos, dann kommt ein Scanner nebst Bildbearbeitung zum Einsatz, oder man verwendet Standbilder aus Videosequenzen, diese kann man auch mit der Videoschnittkarte digitalisieren. Die Handhabung dieser Hilfsmittel muß sicher beherrscht werden.
Die
Präsentation der Arbeit kann dann auf einem Webserver erfolgen;
das lokale Schulnetz stellt selbstverständlich diese
Möglichkeit zur Verfügung. Für die Präsentation
im Internet ist Serverplatz bei der Hochschule für Technik und
Wirtschaft Mittweida vorhanden, die auch unsere Schulhomepage
beherbergt (home.htwm.de/gympenig).
Soll das Material als Hypermediadokument auf CD gebannt werden,
ist ein CD-Brenner auf einem Computerarbeitsplatz vorgesehen.
Technische Realisierung
Als Grundlage für die
Arbeit sollen dienen:
Computerarbeitsplatz mit Videoschnittkarte
Computerarbeitsplätze mit Standardsoftware zur redaktionellen Betreuung und Zuarbeit
Videorecorder
Videokamera
TV-Monitor
Die
Computerarbeitsplätze dienen zu einem Teil der textlichen
Arbeit und der Zusammenstellung einer Dokumentation, zum anderen
Teil auch als Grundlage für die Videobearbeitung.
In
Anlehnung an Artikel in /1/ und /2/ werden zwei Möglichkeiten
der Videobearbeitung implementiert:
Einfache
Variante zur Ansteuerung mehrerer Bildquellen über eine
PC-gesteuerte Schnittstelle IRdeo. Das
Arbeitsprinzip zeigt nebenstehendes Bild aus /1/. Die erwähnte
Schnittstelle ist im Eigenbau für einen geringen Betrag
herzustellen.
Anspruchsvolle
Variante unter Verwendung einer Videoschnittkarte und
entsprechender Software.
Nach Auswertung von /3/ und /4/
wird die Verwendung einer Canopus DVRaptor favorisiert.
Hierbei können Daten einer digitalen Videoquelle (IEEE1394
Standard) in den PC eingelesen werden. Anschließend
steht umfangreiche Software zur Nachbearbeitung und zum Schnitt der
aufgezeichneten Szenen zur Verfügung. Die fertigen
Videosequenzen lassen sich dann wieder auf einem Videorecorder
ausgeben.
Prinzip:
/1/ Praxis: Videoschnitt-Steuerung - c't 98/6, S. 266
Ekkehard Pofahl: Fernregie, `Black Box' für fernbedienten Videoschnitt - Teil 1
/2/ Praxis:
Videoschnitt-Interface - c't 98/7, S. 200
Ekkehard Pofahl:
Fernregie, `Black Box' für fernbedienten Videoschnitt - Teil 2
/3/ Prüfstand:
Digitaler Videoschnitt - c't 98/6, S. 254
Ulrich Hilgefort:
Schnipseljagd, Digitale Videoschnittlösungen
/4/ Prüfstand: DV-Anbindungen - c't 99/10, S. 140
Dr. Jörn Loviscach, Ulrich Hilgeford, Andreas Beier: Fast filmreif - DV-Schnittlösungen für PC und Mac
/5/ BLK Materialien zur Bildungsplanung und zur Forschungsförderung, Heft 44, Medienerziehung in der Schule, Bonn 1995
/6/ Rahmen für die Medienerziehung - Ergebnisse des Modellversuches Differenzierte Medienerziehung als Element allgemeiner Bildung, Sächsisches Staatsministerium für Kultus 1999
Anhang - Ausstattung der Computerarbeitsplätze
1. Videoschnittplatz (ohne Videoschnittkarte)

2.
Computer - Arbeitsplatz

Bemerkungen:
In
/4/ findet sich auch eine Ausführung über die
Mindestanforderungen an einen Videoschnittplatz. Hier werden ein
Computer mit 64 MByte RAM sowie zwei Festplatten genannt; eine
Platte für das Betriebssystem und Anwendungsdaten, eine weitere
(schnelle) für die Videodaten. Aus Kompatibilitätsgründen
werden zwei gleiche Platten von IBM eingesetzt, da die verwendete
Platte preisgünstig und schnell ist. Auf die Verwendung einer
SCSI-Lösung wird aus Kostengründen verzichtet, zumal der
Geschwindigkeitsaspekt bei modernen EIDE-Platten keine Rolle mehr
spielt.
Für den Schnittplatz wird als Betriebssystem Windows
95 eingesetzt. Da zum neuen Schuljahr das Computerkabinett komplett
auf Linux umgestellt wird, ist eine entsprechende Lizenz vorhanden.
Die beiden anderen Arbeitsplätze werden Linux als Desktop-System
einsetzen. Sowohl eine komplette Linux-Distribution als auch
StarOffice 5.0 als Schulversion sind vorhanden.