Gymnasium Penig
Konzeption zum Projekt
„Medienpädagogische Innovationen“






Inhalt:


(Nico Grabner, November 1999)




(Siehe auch: Orientierungsrahmen für die Medienerziehung der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung /5/)

  1. Bedeutung der Medien in der Gesellschaft
    Bildung ist zu allen Zeiten von Medien unterstützt, aufrechterhalten, vertieft, aber auch verändert worden. Bücher, Texte und Bilder sind die klassischen Bildungsmedien der Schule.
    Die Printmedien haben sich in den letzten Jahrzehnten in der Vielfalt ihrer Erscheinungsformen und in der Breite der Themenbereiche differenziert. Hinzugekommen sind die elektronischen Medien mit neuen Ausdrucksformen und Wirkungsweisen.
    Medien sind heute Bestandteil gesellschaftlicher Wirklichkeit; sie gehören zum Alltag von Familie und Schule. Medien sind Miterzieher geworden. Sie können Kommunikation erleichtern und bieten Orientierung an. Medien greifen Themen des gesellschaftlichen Lebens auf und wirken sich so stark auf die persönliche Lebensgestaltung schon in früher Kindheit und Jugend aus, daß Bildung und Erziehung in Elternhaus und Schule tiefer und unmittelbarer als früher betroffen sind. Die insbesondere über die elektronischen Medien an Kinder und Jugendliche herangetragenen Informationen, Probleme und Wertorientierungen überdecken in ihrer Wirkung oft die Bedeutung familiärer Erziehung und schulischer Bildung. Es muß deshalb von einer veränderten Bildungssituation, d.h. auch von veränderten Lernvoraussetzungen und Lernmöglichkeiten in der Schule ausgegangen werden.
    Die Schule hat bisher der Medienvielfalt Rechnung zu tragen versucht

    Elektronische Medien haben auch die Berufswelt und damit die Formen beruflicher Kommunikation nachhaltig verändert. Vernetzte Computer- und Videosysteme sind nicht nur Werkzeug und Arbeitsmittel, sondern zugleich berufliche Kommunikationsmedien, die den Berufsalltag durchdringen und hineinwirken bis in private Lebensbereiche. Mit dem erweiterten Einsatz von Computern - und künftig vermehrt auch multimedialer Systeme - nehmen Simulationen und Modellbildungen unterschiedlicher Art in vielen Berufen zu und ersetzen Realbegegnungen. Berufliches Handeln geschieht vielfach in einer "Computerwelt". Interaktionen werden indirekter und elektronisch-digital vermittelt.
    Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung bestehen Chance und Aufgabe der Schule darin, die Nutzungs- und Gestaltungsmöglichkeiten der Medien in ihrem Wert anzuerkennen, sie zugleich in ihren Wirkungen durchschaubar zu machen und diese ggf. zu korrigieren. Die Medienwelt und der von ihr ausgehende Bildungseinfluß sowie die von der Schule verantworteten Bildungsprozesse sollten zusammengesehen werden. Schule und Medien müssen ihre je eigenen und spezifischen Funktionen im Bildungsgeschehen erkennen und wahrnehmen.
    Medienerziehung in der Schule soll dazu beitragen, für den alltäglichen Umgang mit den elektronischen Medien "Medienkompetenz" und "Medienkultur" entfalten zu helfen, die der Lesekultur an Differenziertheit und Tragfähigkeit entsprechen.

  1. Aufgaben, Ziele und didaktische Grundsätze der Medienerziehung

    Medienerziehung beginnt in der Schule überall dort, wo Unterrichtsgestaltung und Schulklima soziale Kompetenz fördern, Zusammenhänge erkennbar werden lassen und zugleich Zusammenhang stiften. Dabei sind folgende Grundgedanken wichtig:

  1. Aufgabenbereiche und Zielsetzungen der Medienerziehung

    Die medienerzieherische Arbeit in der Schule umfaßt vor allem drei Aufgabenbereiche:

  1. Didaktische Grundsätze

    Die didaktischen Grundsätze beziehen sich auf einen Unterricht, der die Medien und ihre Botschaften zum Gegenstand erfahrungsorientierter Auseinandersetzung, kritischer Analyse und eigenen Handelns macht. Aber auch dort, wo im Unterricht Medien als Mittel des Lehrens und Lernens eingesetzt werden, sollte die Befähigung zur bewußten Nutzung selbstverständlich werden. Dies gilt insbesondere angesichts der zunehmenden Bedeutung von Datenbanken und Multimedia für organisiertes Lernen innerhalb und außerhalb der Schule.
    Insbesondere geht es um folgende didaktische Grundsätze:

    1. Medienerziehung in der Schule soll möglichst im Kontext einer inhaltlichen Problemstellung erfolgen; so können am besten die Spezifika, Ausdrucksmöglichkeiten und Grenzen der verschiedenen Medien erkannt werden. Medienerziehung soll so angelegt sein, daß nicht nur fachbezogene Analysen und Auseinandersetzungen möglich werden. Vielmehr sollen die Probleme in ihrer Komplexität aus verschiedenen Perspektiven erfaßt werden. Dies wird oft zu fächerübergreifendem und projektorientiertem Vorgehen führen.

    2. Medienerziehung muß die Fähigkeit zu aktiver und genauer Wahrnehmung fördern. Dazu gehört die Bereitschaft, sich unvoreingenommen auf akustische und visuelle Eindrücke einzulassen, Gedanken und Interessen zu artikulieren, sich anregen zu lassen und das ästhetische Erleben der Medienrealität als Genuß zu erfahren.

    3. Medienerzieherische Projekte und Unterrichtseinheiten sollten exemplarisch angelegt sein. Dies gilt im Hinblick auf die verschiedenen Aufgabenbereiche der Medienerziehung, aber auch im Hinblick auf die unterschiedlichen Medien selbst. Nur über eine exemplarische Arbeit kann die Vielfalt der medialen Gestaltungsmöglichkeiten und Aussageformen in den Blick gebracht werden. Es gibt Arbeitsschwerpunkte des Unterrichts, die einander ergänzen sollen: Phasen, die stärker an der eigenen Gestaltung und Produktion von Medien orientiert sind, solche, die vorwiegend auf Informationsverarbeitung und analytische Reflexion zielen, sowie Phasen, die ein intensives Erleben in den Mittelpunkt stellen.

    4. Medienproduktion in der Schule sollte nicht auf das bloße "Machen" ausgerichtet sein. Produktive Entfaltung und eine bewußte Auseinandersetzung sollten ineinandergreifen. Produktionsaufgaben müssen offen sein für individuelle und unterschiedliche Formen des Ausdrucks, die Kinder und Jugendliche so ansprechen, daß es eine Herausforderung an die gewohnte Wahrnehmung und an die Entdeckungsfreude ist. Medienproduktion in der Schule sollte auch die unterschiedlichen Stilmittel und Möglichkeiten der technischen Umsetzung erfahrbar machen.

    5. Medienerziehung sollte den außerschulischen Bereich und die Öffentlichkeit einbeziehen. Das Umfeld der Schule gibt unterschiedliche, für die Medienerziehung authentische Arbeits- und Aufgabensituationen vor. Gespräche mit Vertretern von medienspezifisch arbeitenden Institutionen und die Zusammenarbeit mit Experten erleichtern den Erwerb des für die Produktion erforderlichen Know-hows.



Das geplante Projekt bezieht dabei in besonderer Weise neue Medien wie Computer- und Videotechnik in die Arbeit ein, deren Nutzung für die Vorbereitung auf den weiteren Bildungs­weg ungeheuer wichtig ist.
Das Projekt schafft auch materielle Voraussetzungen und Ansätze für die Arbeit im Rahmen der „Besonderen Lernleistung“.


Die in vornehmlich in das Projekt eingebundenen Schüler stammen aus den Klassenstufen 8 bis 11; die „Kerngruppe“ besteht dabei aus ca. 10 Schülern. Diese Schüler zeigten Interesse an einer Mitarbeit, nachdem unter den Schülern die Idee der Gestaltung einer „Kabelzeitung“ bekannt gemacht wurde. Hierbei decken die Interessengebiete der Schüler weite Bereiche ab; vom „Technikfreak“, der schon einen Videowettbewerb gewonnen hat bis zu den eher „literarischen Typen“ ist alles vertreten.

Eigens zur Klärung inhaltlicher Fragen und zur technischen Unterstützung wurde eine Arbeitsgruppe „Kabelzeitung“ gegründet. Dieser Arbeitsgruppe gehören an

Die AG „Kabelzeitung“ trifft sich seit Mai diesen Jahres zu Vorabsprachen und half bei der Entwicklung des Konzeptes.


Bei der Gestaltung der Projektarbeit wollen wir uns am „Rahmenplan für die Medienerziehung in der Sekundarstufe I“ (/6/) orientieren.

So stehen folgende Aufgabenschwerpunkte zur Bearbeitung

Die in /6/ vorgenommene Einteilung nach Jahrgangsstufen, noch dazu in der angegebenen Reihenfolge, erscheint dagegen eher fragwürdig. In der AG-Arbeit kann vielmehr eine Differenzierung nach Interessen erfolgen, die von den Schülern selbst vorgenommen wird.
Fast alle Aufgabenschwerpunkte sind in der Projektarbeit enthalten:

Die Erstellung einer Ortschronik, sei es in Papierform oder als Hypermediadokument, verknüpft die Themenbereiche Video und Computernutzung auf andere Art:


Technische Realisierung
Als Grundlage für die Arbeit sollen dienen:





Literatur

/1/ Praxis: Videoschnitt-Steuerung - c't 98/6, S. 266

Ekkehard Pofahl: Fernregie, `Black Box' für fernbedienten Videoschnitt - Teil 1

/2/ Praxis: Videoschnitt-Interface - c't 98/7, S. 200
Ekkehard Pofahl: Fernregie, `Black Box' für fernbedienten Videoschnitt - Teil 2

/3/ Prüfstand: Digitaler Videoschnitt - c't 98/6, S. 254
Ulrich Hilgefort: Schnipseljagd, Digitale Videoschnittlösungen

/4/ Prüfstand: DV-Anbindungen - c't 99/10, S. 140

Dr. Jörn Loviscach, Ulrich Hilgeford, Andreas Beier: Fast filmreif - DV-Schnittlösungen für PC und Mac

/5/ BLK Materialien zur Bildungsplanung und zur Forschungsförderung, Heft 44, „Medienerziehung in der Schule“, Bonn 1995

/6/ Rahmen für die Medienerziehung - Ergebnisse des Modellversuches „Differenzierte Medienerziehung als Element allgemeiner Bildung“, Sächsisches Staatsministerium für Kultus 1999



Anhang - Ausstattung der Computerarbeitsplätze

1. Videoschnittplatz (ohne Videoschnittkarte)


2. Computer - Arbeitsplatz


Bemerkungen:

In /4/ findet sich auch eine Ausführung über die Mindestanforderungen an einen Videoschnittplatz. Hier werden ein Computer mit 64 MByte RAM sowie zwei Festplatten genannt; eine Platte für das Betriebssystem und Anwendungsdaten, eine weitere (schnelle) für die Videodaten. Aus Kompatibilitätsgründen werden zwei gleiche Platten von IBM eingesetzt, da die verwendete Platte preisgünstig und schnell ist. Auf die Verwendung einer SCSI-Lösung wird aus Kostengründen verzichtet, zumal der Geschwindigkeitsaspekt bei modernen EIDE-Platten keine Rolle mehr spielt.
Für den Schnittplatz wird als Betriebssystem Windows 95 eingesetzt. Da zum neuen Schuljahr das Computerkabinett komplett auf Linux umgestellt wird, ist eine entsprechende Lizenz vorhanden. Die beiden anderen Arbeitsplätze werden Linux als Desktop-System einsetzen. Sowohl eine komplette Linux-Distribution als auch StarOffice 5.0 als Schulversion sind vorhanden.