Einführung in PSPICE

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Einführung in PSPICE

PSPICE (Personalcomputer Simulation Program with Integrated Circuit Emphasis) ist ein Software-Product der 
MicroSim Corporation. Die Programm-Familie PSPICE wurde an der University of California in Berkeley, USA 
entwickelt. PSPICE wird ständig weiterentwickelt und um Ergänzungsprogramme erweitert und ist heute ein 
leistungsfähiges, frei verfügbares Standardwerkzeug mit großer Verbreitung.
PSPICE ist ein Simulationsprogramm, welches das Verhalten von elektronischen Schaltungen simuliert.
Es können sowohl analoge als auch digitale Bauteile gemischt in einer Schaltung eingesetzt werden.
Wird Schematics zur Schaltplaneingabe verwendet, so kann PSPICE als eine Art softwarebasiertes Board der
 
Schaltung angesehen werden, das zum Testen und zum Modifizieren des Designs verwendet werden kann.
Die Bauteilbibliotheken (Modellbibliotheken) enthalten über 10.000 analoge und über 1.600 digitale Modelle der 
verschiedensten elektronischen Bauelemente von Herstellern aus Nordamerika, Europa und Asien.
In PSPICE ist es möglich, durch zahlreiche in die Modelle eingebettete Parameter, wie z.B. Bauteiltoleranzen, die 
charakteristischen Eigenschaften eines Bauteils zu ändern, ohne dieses neu definieren zu müssen. Zusätzlich 
unterstützt PSPICE analoge und digitale Verhaltensmodellierung. So ist es möglich, das funktionale Verhalten von 
Schaltungsblöcken durch mathematische Gleichungen und Funktionen zu beschreiben.

Die Schaltungssimulation gestattet auf einfachste Art und Weise den funktionellen Test einer eingegebenen 
Schaltung, um z.B. Ausgangssignale auf verschiedene Eingangssignale zu erhalten, z.B. zur
-  DC-Analyse (Gleichstromanalyse, z.B. Ausgangsspannung als Funktion der Eingangsspannung),
-  AC-Analyse (Wechselstromanalyse, z.B. Ausgangsspannung als Funktion der Frequenz),
-  Transientenanalyse (Zeitanalyse, z.B. Spannung als Funktion der Zeit),
-  Spektralanalyse (Fourieranalyse, z.B. wertmäßiger Anteil bestimmter Frequenzen in einem Frequenzgemisch).

Schematics ist das Programmtool, welches für die graphische Eingabe des Schaltplanes verwendet wird. 
In diesem Tool wird die Schaltung für die Simulation vorbereitet. Die Bauteile aus der zu simulierenden Schaltung 
werden plaziert und wie gewünscht verdrahtet. Danach werden die Werte und sonstige Attribute der Bauteile den 
Modellen zugewiesen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Eingangssignale zu generieren.
Danach muß der Anwender vorgeben, welche Analysen durchzuführen sind. An den Knoten, in denen die 
Spannungs- oder Stromverläufe zu überwachen sind, können sogenannte Marker gesetzt werden, die nach 
erfolgreicher Simulation in Probe angezeigt werden. Schematics ist der Programmteil, von dem aus alle anderen 
Tools gestartet werden können.

Probe ist das System für die graphische Darstellung der Meßwerte (Oszilloskop). Nachdem PSPICE die Simulation 
durchgeführt hat, gibt Probe die Ergebnisse graphisch auf dem Bildschirm aus. Auf diese Weise kann das Verhalten 
der Schaltung visualisiert und die korrekte Funktion der Schaltung überprüft werden. Welche Daten auf dem 
Bildschirm darstellbar sind, hängt von der Simulation ab. Bode-Diagramme und Kurvenscharen von Spannungen 
und Strömen sind nur einige Beispiele.

Der Stimulus-Editor ist ein graphischer Signalform-Editor, durch den ein zeitlich abhängiges Signal erzeugt werden 
kann, welches bei der Simulation einer Schaltung als Eingangssignal Verwendung finden kann. Es können sowohl 
analoge als auch digitale Stimuli erzeugt werden.

Für Bauelemente, die nicht in den Modellbibliotheken enthalten sind, lassen sich mit Parts Modelle erzeugen, die 
PSPICE zur Simulation benötigt. Die Informationen, die Parts hierfür verwendet, lassen sich aus den Datenblättern 
für das jeweilige Bauelement ablesen. Werden die Daten eines Bauelements eingegeben, erzeugt Parts aus diesen 
charakteristische Kennlinien. Auf diese Weise läßt sich das Modellverhalten verifizieren. Ist das Modell fertig, 
kreiert Parts für dieses automatisch ein Symbol, welches direkt in Schematics verwendet werden kann.

Wenn die Simulation gestartet werden soll, muß PSPICE über folgende Punkte informiert sein:
-  die Bauelemente in der Schaltung und wie sie verbunden sind (Netzliste),
-  die zu den Bauteilen gehörenden Simulationsmodelle,
-  welche Analyse durchgeführt werden soll,
-  die Eingangssignale, mit denen die Schaltung getestet werden soll.
Dieses Informationen werden in unterschiedlichen Dateien gespeichert. Wird die Simulation fehlerfrei gestartet,
werden von PSPICE zwei Dateien erzeugt, in denen die Simulationsergebnisse abgelegt werden. Die eine Datei 
ist die Probe-Daten-Datei (.dat), in der die Meßergebnisse für die Visualisierung in Probe gespeichert sind und 
die andere die PSPICE-Output-Datei (.out).

Der Ausgangspunkt der Simulation mit PSPICE ist also die Eingabe der Schaltung und Bauelementewerte.
Im Schaltungseditor Schematics werden die aus einer Bibliothek auswählbaren Bauelemente als Symbole 
plaziert, zur Testschaltung verbunden und mit Werten versehen.
Für die so entworfene Schaltung müssen im "Setup" die Analyseart und die Darstellungsparameter 
vorgegeben werden. Das "Probe-Setup" gestattet die Einstellung des Darstellungsmodus wie folgt:
-  Restore last Probe session (übernimmt die Darstellung der vorangegangenen Simulation),
-  Show all markers / selected markers (zeigt die mit Marker adressierten Punkte automatisch an),
-  None (keine Darstellungsparameter, ist immer als Ausgangseinstellung voreingestellt).
Für umfangreiche Simulationsaufträge empfiehlt sich der Modus "Restore last Probe session".
Nach dem Start der Simulation berechnet PSPICE die Daten der Schaltung. Diese können für beliebige 
Schaltungspunkte auf einer graphischen Oberfläche dargestellt werden. Durch mathematische Verknüpfung, 
z.B. "Zeige Produkt der Spannung und des Stromes (Leistung)" am Meßpunkt "X" können auch abgeleitete 
Größen direkt als Formel eingegeben, dargestellt und ausgewertet werden.
"PSPICE" stellt umfangreiche Hilfefunktionen (über "F1" in englisch) bereit.

Wichtiger Hinweis:

Um das folgende Demonstrationsbeispiel ausführen zu können, installieren Sie Sie zunächst PSPICE
auf Ihrem PC. Dazu können Sie hier MicroSim PSpice 8.0 als freie Evaluation-Version downloaden.

Demonstrationsbeispiel

Anhand des folgenden Beispiels eines Bandpasses wird das Simulationsprogramm PSPICE kurz
demonstriert.

Gegebene Schaltung:


Für diese Schaltung sollen folgende Eigenschaften dargestellt werden:

-  Frequenzgang Ua = f(f),
-  Eingangswiderstand Zi = f(f),
-  Phasengang (der Ausgangsspannung Ua) = f(f).

Diese Meßaufgabe erfordert z.B. für den Frequenzgang einen realen Meßaufbau mit einem Funktionsgenerator 
als Signalquelle (Sinusgenerator) am Eingang und einem Spannungsmesser am Ausgang der Schaltung.
Im folgenden ist ein geeigneter, universeller Meßaufbau, bestehend aus Stromversorgung, Oszillograf, 
Funktionsgenerator und Digitalvoltmeter dargestellt.
(Für diese Meßaufgabe sind aber nicht alle Geräte des universellen Meßplatzes erforderlich).




Analog zur Darstellungsweise in elektronischen Schaltungen werden in Simulationsprogrammen statt der bildlichen 
Darstellung Symbole für die einzelnen Geräte benutzt. So steht beispielsweise für den Funktionsgenerator als 
Spannungsquelle für Sinusschwingungen das Symbol "VSIN" in der Modellbibliothek "Source.slb" zur Verfügung.



Die Parameter des virtuellen Generators (z.B. Frequenz, Amplitude und Phasenlage) können nach Bedarf frei 
programmiert werden.

Da die Simulation einen Bezugspunkt für die zu berechnenden Daten benötigt, muß ein Punkt der Schaltung 
mit dem Symbol Masse verbunden werden! Üblicherweise ist das ein Pol der Betriebsspannung oder der 
gemeinsame Anschluß für Eingang und Ausgang. Das gilt auch, wenn die Schaltung in der Realität keine 
Verbindung zur Masse hat (sog. "erdfreier Betrieb").
Somit ist folgende Schaltung zu editieren.


PSPICE vergibt automatisch beim Editieren Baulemente-, Pinbezeichnungen und Standardbauelementewerte, 
die anschließend frei geändert werden können. Da der PC-Bildschirm gut geeignet ist, die Funktionen eines 
Oszillografen (z.B. zur Spannungsmessung) zu übernehmen, werden hierfür keine weiteren symbolischen Geräte 
benötigt.
Der im realen Meßaufbau notwendige Indikator am Ausgang wird so bei der Simulation durch die Angaben 
"Dimension der Meßgröße" (z.B. "I" für Ströme bzw. "V" für Spannungen oder eine Formel) und "Adresse der 
Meßstelle" gebildet.
Die gewünschte Meßstelle kann mit der Pin-Bezeichnung eines damit verbundenen beliebigen Bauelementes 
adressiert werden.
Für den obenstehenden Bandpass sind somit für die Ausgangsspannung als "Meßadresse" folgende 
Eingaben möglich:

Spannung an C2/Pin 2 oder R2/Pin 2:  V(C2:2) bzw. V2(C2) oder V(R2:2) bzw. V2(R2).

Eine wesentliche Erleichterung der Arbeit gestattet die Verwendung der in der Toolbar enthaltenen Symbole.
Im nachfolgenden Beispiel wird deshalb die Verwendung der Symbole der Texteingabe vorgezogen.

Damit eventuelle Mängel im Verständnis der Schaltung und Fehler in der Schaltungsdimensionierung 
weitestgehend vor der Simulation beseitigt sind, sollen Sie die folgende Kontrollaufgabe lösen.

Kontrollaufgabe zum Demonstrationsbeispiel:

Berechnen Sie den Widerstand R1, gegeben sind ...usw.

Die erarbeitete Lösung wird in die untenstehende Wertetabelle eingegeben.
Eine falsche Eingabe bzw. eine die intern vorgegebene Toleranz überschreitende Eingabe führt durch 
das Programm zur Fehlermeldung:
- "Wert liegt unterhalb Sollwert" bzw.
- "Wert liegt oberhalb Sollwert".
Ein Start des Simulationsprogrammes ist erst möglich, wenn der Fehler beseitigt wurde.

In diesem Demonstrationsbeispiel lautet die richtige Lösung R1 = 3,3kOhm.
Eine ausführliche Beschreibung der einzelnen Simulationsschritte finden Sie unter

HILFE für die Simulation 

Das Programm ist startbereit, wenn Sie die richtige Lösung in die Wertetabelle eintragen.

Tragen Sie die Zahl "3.3" für den Wert R1 ein (ohne Dimension, Komma immer durch Punkt ersetzen!).

  R1 (kOhm)
Lösung

Jetzt ist das Simulationsprogramm PSPICE zum Start bereit:


PSPICE starten


Hinweise
zum Demonstrationsbeispiel:

Bevor Sie PSPICE starten können, müssen Sie es zunächst auf Ihrem PC installieren.
MicroSim PSpice 8.0 können Sie hier als freie Evaluation-Version downloaden.
Sollte Ihr Browser das Starten von PSPICE dennoch nicht erlauben, können Sie hier die
Beispieldatei im Zip-Format downloaden und nach dem Entpacken lokal von der Ihrer Festplatte
in PSPICE öffnen.

 

 

 

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